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Mikrolyrik und Lyrikbruch für zwischendurch

 

Ein kleiner Seitenspinner

entpuppte sich

als Schreiberling.

 

Selten quakt der Frosch,

häufiger verschweigt er, dass

er gar kein Prinz ist.

 

Und als wir endlich kamen

Zu säen Deinen Samen

In Deinem großen Namen

Da riefst Du freudig: Amen!


Fill the hole

Make me whole

Make me holy

Make me wholly whole

Make me wholly holy

 

Die Melancholie,

die ich zum Himmel schrie,

verebbte nie,

versandet nur in Poesie.

 

Das Schwelgen

im Walde

steht da so

für sich allein

und ist sich selbst

genug

 

Du hast so viel mehr

Geduld mit mir

Als ich mit Dir

Ich danke Dir

So sehr dafür

Folge uns!!!

Der Amoklauf von München

 

Der Amoklauf in München ist nun eine Weile her und der erste Schock und das Entsetzen sind einer nachdenklichen Traurigkeit gewichen, zumindest bei mir. Darum hoffe ich, dass wir als Gesellschaft nun in der Lage sind, das schreckliche Ereignis aus einer gewissen Distanz mit weniger emotionaler Betroffenheit zu betrachten.

Bereits nach den Amokläufen der Vergangenheit an verschiedenen Schulen im In- und Ausland hatte ich ein Gedicht geschrieben, das nun leider abermals neue Aktualität erlangt hat. Ich möchte es nun hier veröffentlichen. Es behandelt vor allem die Perspektive und Psychologie eines fiktiven Amokläufers und versucht, dessen Motive nachzuvollziehen. Auch wenn das Gedicht einen provokativen Aspekt enthält, soll doch in keinster Weise darin die Schuld bzw. Verantwortung des Amokläufers für seine Tat geschmälert werden. Vielmehr zeigt es, worin mögliche Ursachen eines solches Dramas zu finden sein könnten, in der Hoffnung, etwas daraus zu lernen.


Amok

 

Ausgeschlossen, ignoriert,

niemals wirklich akzeptiert.

Tief gekränkt und deprimiert,

keinen hat es interessiert.

 

Er war ungewöhnlich, sonderbar,

musste leiden, weil er anders war.

So oft hat er sich selbst verflucht,

vergeblich einen Freund gesucht.

 

Sein Dasein ganz vom Schmerz erstickt,

im Angstkokon fatal verstrickt.

Verachtung, Schmähung, Not und Pein

erleidet er, tagaus tagein.

 

Liebe wurde ihm noch nie zuteil,

doch ihn selbst traf Amors Pfeil.

Und eine abgelehnte Liebe

schmerzt wie tausend Peitschenhiebe.

 

Nun hockt er einsam und verlassen

inmitten all der Menschenmassen.

Er kann den Sinn des Leids nicht fassen –

beschließt, die ganze Welt zu hassen.

 

Er ist am Ende, weiß nicht weiter,

die Andren lächeln grausam heiter,

die ganze Menschheit ist so schlecht,

die Welt so schrecklich ungerecht.

 

Dann hat er nur noch eins im Sinn:

den letzten Racheakt schlechthin.

Er geht und richtet seine Feinde,

erschießt die halbe Dorfgemeinde.

 

Oh, welch ein Blutbad, welch ein Graus,

das Drama spielt im Gotteshaus!

Zum Schluss hat er sich selbst gerichtet

und jede Reuechance vernichtet.

 

Man fragt: Wie konnte das geschehen?

Man sagt, man kann es nicht verstehen.

Die Wahrheit möchte niemand sehen,

man will es schließlich nicht verstehen.

 

Wo die Nächstenliebe mangelt,

wo man schwache Menschen gängelt,

entlädt sich manchmal blinde Wut

und jemand tut, was man nicht tut.

 

 

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